Winterpause – Ab 1. März 2026 ist das Museum wieder geöffnet
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Nolde-Haus

Das von Emil Nolde selbst entworfene Wohn- und Atelierhaus Seebüll ist ein herausragendes Künstlerhaus der Moderne. Von 2020 bis 2022 wurde das Nolde-Haus denkmalgerecht saniert und technisch ertüchtigt und erstmals stufenlos erschlossen.

Nolde-Haus
Blick in Noldes farbenfrohe Wohnräume
Foto: D. Dunkelberg, © Nolde Stiftung Seebüll

In den 1920er-Jahren suchte der fast sechzigjährige Nolde ein neues Zuhause. Seine Wahl fiel auf Seebüll, in Sichtweite des väterlichen Bauernhofs. Gemeinsam mit seiner Frau Ada gestaltete er hier sein „Zauberheim“: die Architektur nach seinen Entwürfen, den Garten nach gemeinsamen Überlegungen und die Inneneinrichtung teils selbst entworfen, teils handgefertigt. Das Ehepaar lebte hier bis Adas Tod 1946. Emil Nolde blieb bis zu seinem Tod 1956 und fand in der Gruft im Garten neben seiner Frau Ada die letzte Ruhestätte.

Das Gebäude mit seinen klaren Formen erinnert an die Bauhaus-Architektur der 1920er-Jahre. Nolde setzte bewusst einen Kontrast zu den reetgedeckten Friesenhöfen der Umgebung: Der markante Rotklinkerbau mit schmalen Fenstern und flachem Dach erhebt sich selbstbewusst aus der flachen Landschaft.

Im Erdgeschoss sind original möblierte Wohnräume zu sehen. Das Atelier beeindruckt mit dem neunteiligen Hauptwerk „Das Leben Christi“ (1911/12). Der 1937 aufgestockte Bildersaal zeigt Noldes Ölgemälde in historischer Präsentation.

Impression aus dem Bildersaal des Nolde-Hauses mit dunkelblauen Wänden, dichter Hängung von Werken Emil Noldes und Besuchern in Bewegung.
Impression aus dem Bildersaal des Nolde-Hauses
Foto: D. Dunkelberg, © Nolde Stiftung Seebüll

Bildersaal

1937 ließ Nolde den sechs Meter langen und sieben Meter breiten Bildersaal auf sein Atelier setzen – ein Lebenstraum, wie er selbst sagte. Hier empfing er ausgewählte Gäste, denen er seine neuesten oder liebsten Werke zeigte. Vor allem prüfte er selbst, ob die Werke nebeneinander Bestand hatten.

In den jährlich wechselnden Ausstellungen werden hier über 30 Gemälde präsentiert. Die Bilder sind in dunklen Rahmen gefasst und in zwei Reihen angeordnet – eine für heutige Sehgewohnheiten ungewohnte Dichte, ganz in Noldes Sinn. Das Nolde Museum folgt seiner individuellen Werkpräsentation.

Sonnengelbes Wohnzimmer im Nolde-Haus mit originaler Einrichtung, darunter runder Tisch, Stühle, Couch, Sessel und Flügel.
Das sonnengelbe Wohnzimmer mit originaler Einrichtung
Foto: D. Dunkelberg, © Nolde Stiftung Seebüll

Wohnräume

Die Wohnräume des Nolde-Hauses sind nach dem Lauf der Sonne gestaltet: Das blaue Schlafzimmer öffnet sich zum Morgenlicht im Osten, das karminrote Esszimmer ist nach Süden ausgerichtet und das sonnengelbe Wohnzimmer fängt das warme Licht des Nachmittags bis in den Abend hinein ein. Noldes Wunsch, Kunst und Leben untrennbar miteinander zu verbinden, zeigt sich eindrucksvoll in dieser farbigen Raumgestaltung.

Im Zuge der Sanierung wurden die historischen Farbschichten und späteren Veränderungen sorgfältig untersucht und dokumentiert. Bis auf das blaue Schlafzimmer sind alle Räume original möbliert und für Besucher einsehbar – ein eindrucksvolles Fest der Farben.

Jahreskeramik 2025: Papagei

Jahreskeramik 2025: Papagei

Die exklusive, handgefertigte Keramik zur aktuellen Jahresausstellung – inspiriert von Emil Noldes Aquarell Zwei Papageien.